Der Festausschuss hat die Weichen zum 8. Mittelalterlichen Spectaculum gestellt

Waldkirch, 05.06.2015

Ein fünfzehnköpfiges Team vom Fanfarenzug bereitet das Historische Marktplatzfest vor.

Waldkirch (hbl). Die Weichen sind gestellt, das Gerippe und die Eckpfeiler stehen. Jetzt geht es an die Feinheiten. 15 Personen arbeiten auf ein großes Ziel hin, das 8. Historische Marktplatzfest vom 10. – 12. Juli. Der Festausschuss des Fanfarenzug Schwarzenberger Herolde trifft sich fast monatlich, schon über ein Dutzend Mal bisher. In der Endphase wird die „Schlagzahl“ erhöht werden.

Foto: Hubert Bleyer
Clemens Brucher
Foto: Hubert Bleyer

Der Kopf des Ganzen ist Clemens Brucher. Als Leiter des Festausschusses führt er die Gruppe, lenkt, koordiniert und hält die Fäden in der Hand. In diesem Gremium, das regelmäßig im „Bayersepple“ tagt, werden die Grundsätze besprochen und gegenseitige Absprachen getroffen, die Marschrichtung festgelegt. Das Festgelände, die Festzeiten und das Programm wurden hier festgelegt. Clemens Brucher zeigt sich zufrieden, der Festausschuss ziehe sehr gut mit. Festgehalten wird alles von Protokollantin Angelika Diebold, die gleichzeitig den Schriftverkehr führt.

Festgelände und Festzeiten stehen

Erstmals in dieser Position hat sie schon vieles festgehalten. Das Festgelände in der Innenstadt wird erweitert und wie früher wird der Blumenparkplatz mit dem Finnerschen Garten wieder mit einbezogen. Nach der Premiere und den guten Erfahrungen vor drei Jahren bleibt auch die Allee Bestandteil des Festgeländes. In diesem Bereich wird am Freitagabend um 19 Uhr mit dem Festival der Spielleute das größte mittelalterliche Spectaculum eröffnet werden. Am Samstag und Sonntag hält das Mittelalter dann vollends Einzug, wenn die Besucher am Samstag von 14 bis 24 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr in eine andere Welt längst vergessener Zeiten eintauchen können.

Damit das mittlerweile 8. Historische Marktplatzfest zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, setzen die Verantwortlichen ihre Messlatte wieder sehr hoch. Viel Abwechslung und trotzdem ein originalgetreues Flair. So hat Gerhard Fischer die anspruchsvolle Aufgabe, historische Handwerker und Händler zu engagieren. Fischer zeigt sich zuversichtlich, denn unter den vielen Bewerbungen könne er sogar die richtigen auswählen.

Italienische Fahnenwurfgruppe bis zum größeren Kinderbereich

Ohne Spielleute, historische Musikergruppen, Gaukler und Feuershows würde was fehlen. Festausschussleiter Clemens Brucher kümmert sich auch um diese Besonderheiten und ist schon weit gekommen. Besonders stolz zeigt er sich, dass im Juli einmal mehr mit der L‘Associazione Sbandieratori di Arezzo eine italienische Fahnenwurfgruppe engagiert werden konnte. Wer das Fest kennt weiß, dass die Italiener immer zu den Höhepunkten gehören. Fanfarenzüge werden spielen. Auf den drei Bühnen werden Ansager durch das Programm führen.

Foto: Hubert Bleyer
Foto: Hubert Bleyer

Zurückversetzt ins Jahre 1567 wird Erzherzog Ferdinand II. wieder auf seinem Durchzug nach Freiburg erwartet. Beschützt wird er von der Stadtwache, deren Zusage Torsten Rombach von der Schweizer Garde aus Basel erhalten hat. Rombach wird für das Alleegelände ein buntes Lagerleben zusammenstellen. Darüber hinaus hat er eine anspruchsvolle Aufgabe übernommen. Der Kinderbereich wird wesentlich erweitert und erhält ein neues Gesicht. Schließlich will der Fanfarenzug als Veranstalter mehr die Familien ansprechen, es soll ein Fest für Groß und Klein werden. So wird neben dem gängigen Kinderritterturnier und dem Historischen Karussell im Innenbereich ein weiterer Schwerpunkt mit mittelalterlichen Kinderspielen angeboten werden. Torsten Rombach ist im Gespräch mit dem Elztalmuseum, das speziell für Kindergärten und Schulklassen mit museumspädagogischen Angeboten einen direkten Bezug geben will. So sollen die Kinder und die Jugend für das Leben im Mittelalter begeistert werden. Am Ende kann sogar die Teilnahme beispielsweise beim Festumzug winken.

Mit im Boot ist Barbara Kern, die als geschichtlich versierte Person die Gewandberatung übernimmt. Sie berät das Museum, bietet für Interessierte bei Deco-Lline in Kollnau Termine an, damit sich Festbesucher ihre historische Kleidung selbst schneidern können. Ziel ist es, dass möglichst viele in historischer Gewandung kommen. Zudem berät sie die Schulen, die beim legendären Wagenradziehen teilnehmen. Das Wagenradturnier hat sich zu einem Volltreffer entwickelt. Neben den Schulen werden die Narrenzünfte ihre Kräfte an den Seilen messen. Am Sonntag soll erstmals ein Turnier für Frauengruppen gewagt werden.

Foto: Hubert Bleyer
Foto: Hubert Bleyer

Viele Einzelbereiche bis zum Internetauftritt

Stimmungsvoll soll das Mittelalterfest sein. Dazu gehört eine stilechte Dekoration, für die Gabi Dorner verantwortlich zeichnet. Durstige und hungrige Mäuler sollen gestopft werden, doch nicht nur das. Besondere der Zeit angemessene Essensstände sollen für einen weiteren Wohlfühlfaktor garantiere. Peter Stebe hat schon ganz gute Stände an Land gezogen. Natürlich werden auch die örtlichen Gasthäuser im Festbereich integriert. Für die eigene Bewirtung und die der Teilnehmer kümmert sich Festwirt Markus Bernasconi. Wegen der Unterbringung hält Daniel Fuchs Kontakt mit den aktiven Teilnehmern. Am Sonntagmorgen bereitet Carmen Schmieder mit den Pfarrern einen ökumenischen Gottesdienst vor. Die vielen Programmpunkte wird Petra Fessler verknüpfen und zu einer Einheit zusammentragen. Genauso hat sie das Festbüro unter sich. Dass an den drei Tagen vor Ort alles rund läuft, die Infrastruktur bereit steht, dafür steht Roland Wehrle als technischer Leiter, ohne ihn geht gar nichts.

Ja, bekannt soll das Fest ja auch sein. Dafür wird an der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gedreht. Die Kontakte zu den Medien stellt Hubert Bleyer her. Druckwerke wie Plakate und Prospekte werden hergestellt. Ein erster Flyer wurde von Andi Mack von blatteins Kommunikation herausgebracht. Zusammen mit dem Zweitälerland wurde dieser bereits bei der Freizeitmesse in Freiburg verteilt. Herausgebraucht wird erneut eine Festschrift, für die ebenfalls Hubert Bleyer verantwortlich zeichnet. Den Anzeigenbereich aber haben Peter Stebe und Clemens Brucher unter sich. Die eigene Internetseite wird von Roland Siehl betreut, die neue Facebook-Seite von Martin Stauffer.

Zuversicht beim Festausschussleiter

Die Ansprüche sind hoch und somit auch die Aufwendungen. Einen hohen fünfstelligen Betrag gilt es zu finanzieren. Neben den Anzeigen der Festschrift sind es die Sponsoren, die sich engagieren und eine gewisse Grundabdeckung geben. Der Elztäler Wochenbericht und die Badische Zeitung konnten als Medienpartner gewonnen werden. Die Stadt hat sich als Mitveranstalter bereit erklärt, die städtischen Leistungen zu übernehmen. Dennoch bleibt das Historische Mittelalterfest ein Risiko, denn das Wetter stellt immer ein Unsicherheitsfaktor dar. Die Gesamtfinanzen im Auge hat jedenfalls der Vorsitzende Martin Stauffer, zugleich Kassierer des Fördervereins.

Nach monatelangen ersten Vorbereitungen zieht Clemens Brucher eine gute Zwischenbilanz. Die Eckdaten stehen und er zeigt sich zuversichtlich, dass das 8. Historische Marktplatzfest eine gute Werbung für den Fanfarenzug und die Stadt Waldkirch sein wird. Das größte Mittelalterfest in Südbaden wird über die Stadtgrenzen und das Zweitälerland hinaus ausstrahlen. Der Festausschuss werde seine gesamte Energie einbringen, um das mittelalterliche Spectaculum zu einem Erfolg werden zu lassen, so der Festausschussleiter. Der Intervalle der Sitzungen werden kürzer werden, je näher das das große Ereignis näher rücken wird.

Mehr Informationen: Der Festausschuss im Überblick