Rückblick auf ein grandioses Mittelalterfest

Foto: Hubert Bleyer

Rundum zufriedene Gesichter nach dem 8. Historischen Marktplatzfest – Sogar der SWR-Treffpunkt war da

Ein grandioses 8. Historisches Marktplatzfest liegt hinter ihnen. Der Fanfarenzug Schwarzenberger Herolde zeigt sich rundum zufrieden. Das Wetter passte, die vielen Besucher staunten und feierten mit, die Stimmung war prächtig. Und wer alles nochmals wie im Film miterleben wollte, der saß am Sonntagabend vor dem Fernsehgerät beim „SWR-Treffpunkt“.

SWR-Fernsehen drehte für den „Treffpunkt“

Es schauten wohl viele ganz gebannt. Redakteur Jörg Holzwarth vom Südwestrundfunk Stuttgart hatte die Fernsehsendung am Sonntagabend tagelang vorbereitet und gleich drei Filmteams mitgebracht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Super“ schwärmt Clemens Brucher, der Leiter des Festausschusses, über die halbstündige „Treffpunkt“-Sendung. Es entstand ein äußerst gelungener Querschnitt des dreitägigen Mittelalterfestes in Waldkirch. Moderiert wurde die Sendung von keinem Geringeren als von Hansy Vogt, der sich in das Geschehen stürzte und manches Interview wie mit dem Erzherzog oder dem Nachtwächter führte. Alleine schon die Zusage, das 8. Historische Marktplatzfest der Kandel- und Orgelstadt als SWR-Treffpunkt auszuwählen, sieht Vereinsvorsitzender Martin Stauffer als Würdigung und Bestätigung des Waldkircher Mittelalterfestes an.

Foto: Hubert Bleyer

Dem Fanfarenzug und vor allem den Gästen war das Wetter dieses Mal hold gesonnen, so auch gleich am Freitagabend beim Festival der Spielleute und Gaukler. Vor drei Jahren hatte es in Strömen geregnet, dieses Mal gelang ein fulminanter Auftakt in der Allee mit dem gastgebenden Fanfarenzug und vor allem der italienischen Fahnenwurfgruppe aus Arezzo (Toskana). Die südländischen Gäste entwickelten sich einmal mehr zum Publikumsmagnet. Das dreitägige Programm war immens, viele Gruppen aus nah und fern bereicherten das Fest. Gleich auf drei Aktionsbühnen konnte ein Programm erlebt werden. Allen voran bezauberte Duselgrabscher und Moderator Frank Goutier auf dem Marktplatz und in der Allee Gaukler Thomas Berger. Bewährt hat sich die Ausweitung des Festgeländes, dass neben der Allee jetzt wieder der Blumenparkplatz und der Finnersche Garten einbezogen wurde. Die schattige Allee bestätigte sich als einen idealen Standort für die prächtigen Landsknechtslager.

Empfang der Stadt, ökumenischer Gottesdienst

Die Gäste und Besucher fühlten sich wohl. Vertreter der teilnehmenden Gruppen wurden am Sonntagmorgen zum Empfang der Stadt und des Fanfarenzugs in das Elztalmuseum eingeladen. Oberbürgermeister Roman Götzmann und der 1. Vorsitzende des Fanfarenzugs, Martin Stauffer, hießen die Gäste und insbesondere die Sponsoren willkommen. Den Empfang haben das mittelalterliche gekleidete Flötenensemble der Städtischen Musikschule und das S’Lumbegsindel musikalisch begleitet.

Zuvor feierten der katholische Pfarrer Heinz Vogel und der evangelische Pfarrer Traugott Schillinger in der St. Margarethenkirche einen schön gestalteten ökumenischen Gottesdienst, an dem der Fanfarenzug mit einem Buccinenquarttet und den Fürbitten sowie der Scholachor mitwirkte. Die Kollekte diente dem Hospizdienst der Seelsorgeeinheit Silberstreif.

Foto: Hubert Bleyer

Und dann hieß es wieder sich in das mittelalterliche Treiben zu stürzen. Es wurde so viel geboten, dass es gar schwierig war, alles zu hören und zu erleben. Einen kompakten Überblick über die Teilnehmer lieferten die zwei Festumzüge am Samstag und Sonntag. Einen eigenen Bereich bildeten die Händler und die historischen Handwerker, die so manche Vorführung von alter Handwerkskunst zeigten. Historische Musikgruppen, Fanfarenzüge, Feuershows mit neuen Akzenten sorgten für viel Akzeptanz und einen Wohlfühlfaktor.

„Ritterturnier der Erbsengilde“ ein voller Erfolg

Nicht mehr wegzudenken ist das Wagenradturnier der Schulen und der Vereine in der Marktplatzarena. Auch der SWR widmete dem spannungsgeladenen Programmteil einen breiten Raum. Auch Zirkus Meer mit dem Artisten Mooshammer veranlasste so manches staunendes Gesicht. Weitere genügend kleine und große Höhepunkte waren zu finden. Doch ein Bereich übertraf alle Erwartungen. Alleine schon der Name „Ritterturnier der Erbsengilde“ erzeugte für die kleinen Festbesucher Spannung und leuchtende Augen. Der Kinderbereich wurde erweitert und neu konzipiert, das Mittelalter sollte eine neue Faszination für die Familien ausüben, was eindrucksvoll gelang, wie Torsten Rombach freudig feststellen konnte. Hierfür gebührt den Helfern und Betreuern der Waldkircher Burghexen, dem Verein Hoffnung für Kinder und den Pfadfindern vom Stamm Konrad von Schwarzenberg ein großer Dank.

Foto: Hubert Bleyer

Waldkircher Gruppen

Ein Rädchen soll in das andere greifen, das Zusammenspiel, die richtige Mischung und die Vielfalt der Teilnehmer ist die große Kunst der Planer und Organisatoren. Zur Identifikation der Bevölkerung mit dem Fest sollen auch Waldkircher und regionale Gruppen beitragen. Mit von der Partie war das „s’Lumbegsindel“, eine Spielleutegruppe um Stefan Schmidt, die sicherlich neue Freunde gewonnen haben.
Fast wie gewohnt beteiligte sich wieder die Städtische Musikschule mit zwei Gruppen: ein Schlagzeug-Blechbläserensemble unter der Leitung von Victoria Ifrim und ein Flötenensemble unter der Leitung von Bettina von Lieres.
Die Waldkircherin Petra Ritthoff-Zeiberts zog mit ihrem Gutacher Kinder- und Jugendzirkus „Knallbunt“ durch die Straße des Festgeländes.
Die „Hospitaliter-Kommende-Südbaden“ schlug in der Allee ihr Lager der Johanniter mit Gefolge auf. Kinder konnten sich sogar mit Bogenschießen üben.
Am Sonntagsumzug beteiligten sich Schüler der Kastelbergschule. Im Rahmen ihrer Projekttage haben die Schüler im Museumsstudio eigene Kleider genäht und eine große Fahne hergestellt, an denen auch das Fernsehen nicht ohne Aufnahmen vorbeikam. Erstmals sich ins Getümmel stürzte sich der Nachtwächter Matthias Schmieder mit Gefolge.

Foto: Hubert Bleyer

Viele haben Anteil am guten Gelingen

Martin Stauffer, der Vorsitzende des Fanfarenzugs und Clemens Brucher, der Leiter des Festausschusses, lobten die vielfältigste Unterstützung, die dem Verein zu Gute kam. Sie bitten auch im Nachhinein um Verständnis bei den Anwohnern und der Bevölkerung. Im Vorfeld haben Mitglieder des Fanfarenzuges mit der Geschäftswelt und mit den Anwohnern Kontakt aufgenommen, um für mögliche Beeinträchtigungen um Verständnis zu bitten.
Der Fanfarenzug als Veranstalter dankt auch der Polizei, dem DKR, der Feuerwehr und den Technischen Betrieben. Gefreut hat sich der Fanfarenzug auch für die Unterstützung der Stadt und bei Oberbürgermeister Roman Götzmann, der sich stilecht in mittelalterlicher Gewandung präsentierte. Viele fleißige Helfer vor und hinter den Kulissen trugen ebenfalls zum guten Gelingen bei wie der Bewirtungsstand unter der Regie von Markus Bernasconi.

Foto: Hubert Bleyer

Sponsoren deckten Teil der hohen Ausgaben

Stimmen müssen nach solch einem Riesenfest auch die Finanzen. Eine ordentliche Grundabdeckung übernahmen die Sponsoren, die Stadtwerke Waldkirch, Fa. Hummel, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Volksbank Breisgau-Nord, Fa. Sick, Fa. Mittler Heizung/Sanitär, Druckerei Herbstritt, REWE Dieter Schneider, WZO-Verlag, Badische Zeitung, Fa. Optocomponents, Werbegemeinschaft, Fa. Faller, blatteins-illustrierte Kommunikation und die Hirschen-Brauerei.
Um die Qualität zu verbessern und zu sichern, mussten dieses Jahr erhöhte Ausgaben verzeichnet werden. Damit Erzherzog Ferdinand II einen fulminanten Empfang bereitet wurde, wurden keine Mühen und Kosten gescheut. Der Erzherzog, der im Jahre 1567 durch Waldkirch zog, gefiel es sichtlich, verteilte kräftig Komplimente und will in drei Jahren bei den baden-württembergischen Heimattagen erneut Einzug halten.